Ticker KW 33/53

Ihrem Ruf als Reiseweltmeister werden die Deutschen Jahr für Jahr gerecht. In Sachen digitaler Leistungsfähigkeit gibt es (bislang) keinen weltweiten Spitzenplatz zu verteidigen. Hier eine kleine Weltreise in Sachen Digitalisierung der Arbeitswelt.

Südkoreaner surfen am schnellsten

In punkto Internetgeschwindigkeit ist Deutschland im internationalen Vergleich weit abgeschlagen. Dem aktuellen State of the Internet Report von Akamai zufolge liegt Südkorea (23,6 Mbit/s) unangefochten an der Spitze. Deutschland belegt mit durchschnittlich 10,2 Mbit/s Platz 26. In den Niederlanden (15,3 Mbit/s) und der Schweiz (14,9 Mbit/s) kann deutlich schneller gesurft werden.

http://de.statista.com/infografik/1064/top-10-laender-mit-dem-schnellsten-internetzugang/

China beim Internet der Dinge führend

Chinas Wirtschaft ist auf Talfahrt. Dennoch bescheinigt der jüngste GSMA-Report dem Land mit 74 Millionen M2M-Anschlüssen eine weltweite Führungsposition.  Mit massiver Unterstützung durch die Regierung  deckt China damit fast ein Drittel der Machine-to-Machine-Verbindungen weltweit ab. Um seine schnell wachsenden Städte smarter zu machen, setzt der Staat in 202 Pilotstädten auf das Internet der Dinge.

http://www.gsma.com/newsroom/wp-content/uploads/16531-China-IoT-Report-LR.pdf

Recht auf Homeoffice

Bei unseren niederländischen Nachbarn haben Arbeitnehmer in Betrieben mit mindestens zehn Beschäftigten das Recht, von mobil von zuhause aus zu arbeiten. Das Recht auf Homeoffice ist zum 1. Juli in Kraft getreten. Für Anwesenheitspflicht im Büro muß nun im Zweifelsfall der Arbeitgeber gute Gründe vorbringen.

http://t3n.de/news/recht-homeoffice-620969/

Starke E-Gouvernment-Nutzung in Schweden

Ergebnis des E-Gouvernment-Monitors 2015 der Initiative D21und des Institute for Public Information Management (ipima): Während die Nutzung der Online-Angebote in Deutschland mit 39 Prozent rückläufig ist, haben in Schweden in den vergangenen zwölf Monaten 75 Prozent der Bevölkerung E-Gouvernment genutzt.

http://www.egovernment-monitor.de/die-studie/2015.html

 

Digitaler Trendsetter Estland

Noch vor 25 Jahren Sowjetrepublik hat sich der kleine baltische Staat zum europäischen Vorreiter in Sachen Digitalisierung entwickelt. Parlamentswahlen per E-Voting, verfassungsmäßiger Anspruch der Bürger auf einen Internet-Zugang, Digitalisierung der Verwaltung, Programmierunterricht in Grundschulen … Die Esten machen vor, wie die Digitalisierung unseren Alltag erleichtern kann.

http://www.sueddeutsche.de/politik/gastkommentar-vorbild-estland-1.2490290

Digitalisierung im Einzelhandel

Anders als in den USA nutzen Einzelhändler in Deutschland die Möglichkeiten der Digitalisierung bislang nur eingeschränkt. In Deutschland bieten 86 %, in den USA 96 % der großen Shops ihre Produkte auch online an. Großer Nachhochbedarf besteht bei den deutschen Online-Händlern, ihren Content für mobile Anwendungen zu optimieren. Hier liegen die Deutschen mit einer Quote von 68% weit abgeschlagen hinter den USA. Hier sind ausnahmslos alle Shops der Top-Einzelhändler auf Tablets und Smartphones optimiert verfügbar.

http://blog.shopauskunft.de/digitalisierung-des-einzelhandels-ein-internationaler-vergleich/

Japan: Roboter begrüßen Hotelgäste

Kellner-Drohnen und Empfangsroboter: Die Digitalisierung macht auch vor dem Hotel- und Gaststättengewerbe nicht Halt. Im Henn-na-Hotel in Nagasaki begrüßen seit dem 17. Juli Roboterfrauen, die an Wachsfiguren erinnern, die Hotelkundschaft. Für den einen eine Gruselvorstellung, für den anderen ein ökonomisches Konzept, denn die Maschinen arbeiten ohne Urlaub und Gehalt. Neu ist auch das Schließsystem: Die Zimmertüren öffnen sich per Kamera und Gesichtserkennung.

http://edition.cnn.com/2015/07/17/travel/japan-hotel-robot-opens/

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Julia aus der Wiesche Projectmanager INQA-Audit Zukunftsfähige Unternehmenskultur E-Mail: Nachricht schreiben Twitter Website: bertelsmann-stiftung.de Profil

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Kommentare

  1. / von RalfLippold

    Deutschland hat in der Tat noch einiges vor sich. Sollte es letztendlich doch das „deutsche Bestreben“ sein, stets alles Neue selbst nochmals entwickeln zu müssen? Oder sind bisherige gesetzliche Vorgaben und öffentlich gelebte Mental Models die Bremsen?

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