Innovationsfähigkeit? Eine Frage der Kommunikation!

Innovationszyklen von Produkten und Leistungen werden beständig kürzer. Wichtige Phasen der Ruhe und der Wertschöpfung schrumpfen bis zur Unkenntlichkeit. In Unternehmen ist nicht erst mit der Digitalisierung die Unruhe eingezogen – damit verbunden wirtschaftliche Unsicherheit. In der Vergangenheit wurde in eine Innovation investiert und dann lange davon gezehrt. Heute sind die Forschungsabteilungen mit der einen Innovation noch nicht am Markt, da müssen sie schon die nächste in Petto haben.

Kommunikation ist ein Problem in Unternehmen 

Die Frage nach großen Problemen in Unternehmen führt sehr häufig zu der Antwort „Kommunikation“. Die Ursachen für diese Problemsicht sind vielfältig. Vorgesetzte kommunizieren nicht ordentlich. Belohnungs- und Eskalationssysteme werden willkürlich eingesetzt. Der Markt versteht oder braucht die Produkte des Unternehmens nicht (mehr). Mitarbeiter werden nicht in Entscheidungen eingebunden. Die machtpolitischen Störfeuer mancher Führungskräfte legen das ganze Unternehmen lahm. Nicht zuletzt dürfen unbequeme Wahrheiten vielerorts nicht thematisiert werden – es darf nicht sein, was nicht sein darf!

Die fließend einsickernde Melange aus kommunikativen, egoistischen und systematischem Fehlern wird so zu einem Hemmnis für Innovationen. Vielleicht haben die Bedenkenträger Überhand gewonnen, oder das Super-Ego einer Führungskraft tötet jede Idee bereits im Keim. Eine gestörte Kommunikation, geprägt von vorweggenommenen Gehorsam ist genau das Gegenteil eines Klimas, in dem Innovationen entstehen. Manchmal scheint es sogar, als würde der Geschäftsinhalt inzwischen auf die Findung einer stetig neuen Struktur reduziert.

Kommunikation und Innovation – so geht’s

Das Wunschszenario einer gut funktionierenden Unternehmenskommunikation setzt auf einem einheitlichen Wertegerüst im Unternehmen auf – der Unternehmenskultur. Und genau an dieser Stelle sind auch Kommunikation und Innovationsfähigkeit verbunden. Die Entwicklung von Innovationen benötigt Dialog, Austausch und die Weiterentwicklung von Ideen – das berühmte Ideen-Ping-Pong. Anlässe dazu gibt es viele.

Ganz oben auf der Liste der Kommunikationswilligen stehen die Kunden von Unternehmen. Diese tragen ganz von allein Wünsche an Unternehmen heran – man muss eigentlich nur noch den Dialog zulassen, um zu guten Ideen zu kommen. Das lässt sich sogar systematisieren.

Wenig überraschend ist dabei die Erkenntnis, dass Innovationen nahezu unvermeidbar entstehen, wenn Menschen mit verschiedenen Blickrichtungen über ein Thema sprechen – interdisziplinärer Dialog. Betriebsblindheit und festgefahrene Gedanken werden dort schnell und wirksam ausgehebelt. So hat sich Cross-Innovation längst als eine Methode zur Innovationsfindung etabliert – unter anderem ein Grund dafür, warum von vielen HR-Vordenkern empfohlen wird sich Querdenker an Bord zu holen (auch, wenn das in Unternehmen nach wie vor sehr verhalten geschieht).

Perspektivwechsel ermöglicht Fortschritt

Eine Kommunikation auf Basis digitaler Infrastrukturen funktioniert hervorragend. Mit Social Media wurden in vielen Unternehmen bereits gut funktionierende Kommunikationsschnittstellen in Richtung des Marktes geschaffen. Zugleich handelt es sich damit um eine kulturell wirksame Maßnahme. Als Querschnittsfunktionen lässt Social Media schnell erkennen, dass es durchaus sinnvoll ist abteilungsübergreifend zu kommunizieren – eine offene Unternehmenskultur zu fördern, die einen hierarchieübergreifenden Austausch zu zukunftsrelevanten Fragestellungen ermöglicht.

Die so zwangsläufig entstehende Transparenz sorgt unter anderem dafür, dass Prozesse besser aufeinander abgestimmt werden können. Produkte können damit näher am Markt entwickelt werden. Wer zusätzlich seine interne Kommunikation verbessern möchte – um bspw. ungenutzte Potenziale aus dem Wissen der Mitarbeiter zu heben – sollte sich mit den Ideen des internen Community Managements beschäftigen. Das wirkt sich sehr positiv auf Dialogfähigkeit, Innovationsfähigkeit und zugleich bei der Weiterentwicklung der Unternehmenskultur aus. Und wie das so ist, wenn man sich mit seiner Kultur beschäftig, es ist nicht einfach – aber es lohnt sich!

Disclaimer: Zusammen mit Gabriele Kottlorz beschreibt Roland Panter im Buch „Erfolgsfaktor Mitarbeiterintelligenz – Die Weisheit des Unternehmens als Führungsstrategie der Zukunft“, wie Unternehmen von internem Community Management profitieren können.

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Roland Panter ist strategischer Berater und Interims Manager für Kommunikation und Unternehmensentwicklung.…

Kommentare

  1. / von RalfLippold

    Aus Sicht der Unternehmung bzw. des Einzelnen erscheinen die im Text getroffenen Aussagen „Vorgesetzte kommunizieren nicht ordentlich. Belohnungs- und Eskalationssysteme werden willkürlich eingesetzt.“ korrekt.

    Doch wie sieht es aus, wenn die gleiche „unklar“ scheinende Kommuniktation aus Sicht des Kommunizierenden (z.B. des Chefs, Abteilungsleiters oder Geschäftsführers) gesehen wird? Hat dieser nicht auch Ziele (die u.a. von den Gesamtzielen des Unternehmens wie wirtschaftliche Prosperität, langfristige Werterhaltung, etc.), die jedoch auf einen beschränkten Horizont ausgerichtet sind?

    Wenn wir solche Unstimmigkeiten wahrnehmen sollten wir den Mut haben, dies in geeigneter Weise anzusprechen bzw. Humble Inquiry (siehe Edgar Scheins Buch mit gleichnamigen Titel für Hintergründe) zu praktizieren, so dass die wahren Gründe derartiger Unklarheiten ans „Licht der Wahrhaftigkeit“ gelangen und sich mehr Leute darüber Gedanken machen können.

    Oft sind die Gründe nicht böswilliger Natur, dass man dem Unternehmen schaden möchte. Lediglich die nicht-gekonnte oder -gewollte Wahrnehmung von „unbeabsichtigten Nebenwirkungen“ führt oft in Unternehmen dazu, dass Mikropolitik, sich widersprechende Ziele und „unklare“ Kommunikation manchmal zum unausgesprochenen Standard werden.

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