Zukunft ist Kopfsache – Der Kampf gegen die Ohnmacht und für die Zukunft beginnt jetzt

Die Zukunft liegt in den Händen der jungen Generation. Deshalb ist jetzt die Zeit für junge Macher. Wir brauchen Initiativen mit dem Mut, die größten Herausforderungen anzugehen. Wir können nicht länger zugucken. Wenn wir zugucken, verlieren wir die Kontrolle über unsere eigene Zukunft.

Aber genau das scheint aktuell der Fall zu sein: Wir haben die Balance zwischen wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Fortschritt verloren. Jeden Tag erschaffen wir neue Technologien und erfinden neuartige Geschäftsmodelle. Technologisch-wirtschaftliche Innovationen verändern uns als Individuen und uns als Gesellschaft. Fortschritt kann etwas Gutes oder etwas Schlechtes sein. Es hängt davon ab, wie wir es gesellschaftlich gestalten. Denn jede Technologie und jedes Geschäftsmodell hat gesellschaftliche Konsequenzen und bedarf deshalb gesellschaftlicher Innovation zum Ausgleich: Wenn das Smartphone beispielsweise zu mehr Anonymität im nachbarschaftlichen Umfeld und dadurch zu einem Verlust von gesellschaftlichen Zusammenhalt führt, dann müssen wir wohl Nachbarschaft neu denken. Alles erneuert sich und deshalb muss sich auch Gesellschaft erneuern. Technologisch-wirtschaftlicher Fortschritt, den wir einfach so laufen lassen und auf den wir gesellschaftlich nicht antworten, führt uns sehr wahrscheinlich in eine Zukunft, in der wir nicht leben möchten. Technologie kann die Frage beantworten “Wie können wir leben?”, aber die Antwort auf die Frage “Wie wollen wir leben?” können nur wir als junge Generation geben. Die Waagschale zwischen technologisch-wirtschaftlichen Fortschritt und gesellschaftlichen Fortschritt muss ausgeglichen bleiben. Wir brauchen die gleiche gesellschaftliche Schlagkraft an Innovation, wie wir sie aus dem Geschäftsalltag kennen. Aber genau das ist der Punkt, an dem wir ins Stocken geraten.

Keine Generation vor uns hatte so viel Wissen, Zugänge und Mittel zur Verfügung. Wir sind in der besten Ausgangslage, die drängenden Probleme anzugehen und die Zukunft verantwortungsvoll zu gestalten. Aber wir bleiben bei der Analyse stehen. Wir nehmen die beobachtende Perspektive ein, in der wir abwartend wahrnehmen, was um uns herum passiert. Die Nachrichten von neuen Katastrophen stürzen nur so auf uns herein. Wir distanzieren uns selbst von den Geschehnissen und fragen uns nüchtern, was wohl als Nächstes passieren wird. Um es offen auszusprechen: Wir laufen Gefahr, als gesamte Generation in Ohnmacht zu verfallen.

Je größer und komplexer die Probleme werden, desto mehr fühlen wir uns paralysiert. Je mehr sich die Herausforderungen – ob demographische Entwicklung oder Klimawandel – vor uns aufbäumen, desto mehr geben wir uns einem fatalistischen Mindset hin: “Die Dinge nehmen doch ohnehin ihren eigenen vorgezeichneten Verlauf.” Wir begreifen die Herausforderungen als ein Resultat abgeschlossener Systeme, von denen wir nicht Teil zu sein scheinen. Damit distanzieren wir uns von den Problemen, statt uns selbst zu fragen, welche Rolle wir im System aktuell haben und was wir darin bewirken können. Diese Distanzierung funktioniert deshalb so gut, weil wir die Auswirkungen vieler Probleme indirekt und erst mit einem großen Zeitabstand spüren können.

Die Ohnmacht ist aber gänzlich im Widerspruch zu dem Wissen, den Zugänge und den Mittel, die wir zur Verfügung haben. Egal wie groß oder komplex die Herausforderungen sind, unser Handlungsspielraum ist immer mindestens genauso groß. Ob wir erfolgreich sind oder scheitern, unsere Zukunft nachhaltig zu gestalten, hängt von unserem eigenen Mindset ab. Ob unser Jahrhundert das schönste oder das letzte wird, entscheidet sich in unserem Kopf. Die Zukunft entscheidet sich darin, wie wir über Zukunftstrends nachdenken:

Zukunft der Arbeit:

Die Digitalisierung wird bereits bis 2030 über 30% aller Jobs überflüssig machen. Immer mehr Branchen werden automatisiert werden – von der öffentlichen Verwaltung, über die Produktion an Fließbändern, bis zu Taxifahrern. Zunehmende künstliche Intelligenz wird dies umso mehr verstärken. Wir könnten fragen: Laufen wir auf eine kollektive Arbeitslosigkeit zu? Und falls ja: Würde dies dem Menschen eine neugewonnene Freiheit geben, oder würde die Gesellschaft kollabieren? Oder aber wir gehen anders herum an die Sache heran: Wie wollen wir als Gesellschaft diesen Strukturwandel im Arbeitsmarkt gestalten? Wie können wir uns heute schon darauf vorbereiten? Was sind Ansätze, mit denen Mitarbeiter umgeschult werden können, bevor deren Arbeitsplätze verloren gehen? Wie haben sich vorherige Strukturwandel entwickelt und welche “lessons learnt” können wir daraus ziehen?

Gesellschaftlichen Zusammenhalt:

Unsere Gesellschaft wird anonymer – wir wissen nur noch selten, was den Nachbarn in seinem Leben umtreibt. Gleichzeitig werden die Lebensweisen und Ansichten immer unterschiedlicher. Während der eine sein ganzes Leben in einem Dorf verbringt, jettet der andere durch die Weltgeschichte. Gesellschaftlicher Zusammenhalt in Deutschland und Europa droht zu zerbrechen. Der jüngste Erfolg von Rechtspopulismus lässt vermuten, dass sich Menschen abgehängt fühlen. Wir könnten fragen: Wird die Gesellschaft weiter auseinander driften? Wird der Begriff Gesellschaft bald nur noch ein inhaltsloser Begriff sein? Wird der gemeinsame Nenner bald nur noch sein, dass wir unsere Steuern an das gleiche Konto überweisen? Kann sein, muss aber nicht sein. Es hängt davon ab, wie wir mit Filterblasen umgehen und wie wir neue Formen der Begegnung schaffen. Früher war der Dorfplatz der Ort des Zusammenkommens. Was ist der Dorfplatz von morgen?

Demographische Entwicklung:

Knapp 30% der Bevölkerung sind älter als 60 Jahre. Bald werden mehr als 50% aller Menschen über 60 Jahre alt sein. Der demographische Wandel bringt große Hürden mit sich: Finanzierung der Rentensysteme, Pflegeversorgung, Alleinsein im Alter, etc. Diese Hürden können jedoch zu Möglichkeiten werden. Immer mehr ältere Menschen sind viele Jahre top-fit, nachdem sie bereits in Rente gegangen sind. Viele wollen sich einbringen, ihre Erfahrung weitergeben und etwas Sinnvolles tun. Aber das findet aktuell nur sporadisch und nicht strukturiert statt. Wenn wir die dritte Lebensphase nicht aktiv in der Gesellschaft verankern, dann verschwenden wir ein riesiges Potential. Unser Spielraum ist riesig: Was können wir tun, damit wir das Potential von Menschen mit hoher Lebenserfahrung nutzen? Was braucht es, damit ältere Menschen gut in der Gesellschaft verankert sind? Wie können wir das Verhältnis der Generationen gewinnbringend gestalten?

Klimawandel:

Der Klimawandel bedroht vieles davon zu zerstören, was wir als wertvoll schätzen. Unsere Existenz steht auf dem Spiel. Der Klimawandel betrifft jeden. Gleichzeitig kann er nur gelöst werden, wenn alle an einem Strang ziehen. Jeder ist von jedem abhängig. Wenn wir es nicht schaffen zusammenzurücken, dann werden wir daran scheitern, dass wir viel an uns selbst aber zu wenig an das Ganze gedacht haben. Aktuell wird nicht an einem Strang gezogen. Doch nur wenn alle zusammenrücken, gibt es Aussicht auf Erfolg. Wie können wir gemeinsam handeln? Wie können wir das notwendige Vertrauen aufbauen? Wie können wir kluge Mechanismen jenseits von diplomatischen Strukturen entwickeln, sodass jeder seinen eigenen Vorteil dadurch maximiert, an das Gesamtwohl zu denken?

Wir brauchen mehr Initiativen mit dem Mut, die größten Herausforderungen anzugehen. Wir können nicht länger zugucken. Denn wenn wir zugucken, verlieren wir die Kontrolle über unsere eigene Zukunft. Wir haben alles an Wissen, Mitteln und Technologien, die es braucht, diese Herausforderungen zu meistern. Unser Jahrhundert kann das Schönste aber auch das Letzte sein. Haben wir den Mut? Unsere Zukunft ist Kopfsache. Genau dafür haben wir die Zukunftskampagne ins Leben gerufen.

Zur Kampagne:

Wahl ist am 24. September. Demokratie ist immer. Wir wollen Zukunft, jetzt. 4 dringende Fragen: Was ist die Zukunft der Arbeit? Was ist der gesellschaftliche Zusammenhalt von morgen? Welche Chancen entstehen aus einer alternden Gesellschaft? Wie können wir Klimawandel aufhalten? Es ist Zeit für Antworten. Was ist Deine Idee? Wir wollen 40 Ideen für das Deutschland der Zukunft. Wir geben Dir, alles was Du brauchst, um aus Deiner Idee ein erfolgreiches Projekt zu machen: Coaching, finanzielle Unterstützung, Netzwerk, Reichweite, Team. Starte jetzt die Zukunft!
www.projecttogether.org/zukunft-jetzt

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Autor

Philipp von der Wippel Mitgründer ProjectTogether E-Mail: Nachricht schreiben Twitter Website: projecttogether.org Profil

Philipp von der Wippel ist Mitgründer des Sozialunternehmens ProjectTogether. Sein Schwerpunkt liegt in der Umsetzung von Zukunftstrends durch innovative Formen von gesellschaftlichem Engagement. Nach seinem Abitur in München arbeitete er für die BMW Stiftung Herbert Quandt in Berlin. Seit 2015 studiert er Philosophie, Politikwissenschaft und Volkswirtschaft an der Universität Oxford

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